Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Deshalb brauchen sie speziell für sie entwickelte Medikamente sowie Darreichungsformen. Diese sind aber nicht immer vorhanden. Darum ist es wichtig, sich an die Empfehlungen von erfahrenen Fachpersonen zu halten.
In der Kinderheilkunde kommen in der Regel Medikamente zum Einsatz, die bewährt sind. Doch ab und zu werden Arzneimittel verwendet, die nur an Erwachsenen getestet und zugelassen wurden. Der Hinweis, wonach das Medikament «für Kinder ungeeignet ist», bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass das Medikament gefährlich ist. Er dient vielmehr der rechtlichen Absicherung des Herstellers, weil Prüfungen zur Zulassung als Kinderheilmittel fehlen. Der behandelnde Kinderarzt hat jedoch das Wissen über die eingesetzten Arzneimittel und die nötige Erfahrung. Bei schweren Erkrankungen, für die es keine zugelassenen Kinderheilmittel gibt, wird der Kinderarzt das Medikament auf eigene Verantwortung und mit der entsprechenden Beratung anwenden.
Keine kleinen Erwachsenen
Wenn Medikamente nicht speziell an Kindern untersucht wurden, behelfen sich die Kinderärzte mit einem Trick: Sie rechnen die richtige Dosis vom Erwachsenen runter auf das Kindergewicht. Doch das braucht viel Erfahrung, denn ein Kleinkind verarbeitet Medikamente anders als ein Erwachsener. Neugeborene etwa bauen Wirkstoffe nur langsam ab, weil Leber und Niere noch nicht ausgereift sind. Dagegen läuft bei Kindern über zwei Jahren der Stoffwechsel bereits auf Hochtouren: Der Körper scheidet die Wirkstoffe schneller wieder aus. Die angemessene Medikamenten-Dosis ist also von Körpergewicht und Alter des Kindes abhängig.
Was Erwachsenen nützt, kann Kindern schaden. Braucht Ihr Kind ein Arzneimittel, ist es wichtig, die Empfehlung des Kinderarztes oder der Apotheke einzuhalten. Dort wird man Ihnen ein speziell für Kinder hergestelltes Arzneimittel in der richtigen Dosis und in einer kindgerechten Darreichungsform empfehlen. Ändern Sie die verschriebene oder empfohlene Dosierung nie eigenmächtig.
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