Zur gesunden Ernährung gehören Omega-3-Fettsäuren. Ihnen wird eine positive Wirkung bei Gelenkschmerzen, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgesagt. Fisch, Pflanzenöle und Kapseln aus der Apotheke sind die wichtigsten Quellen.
Fettsäuren gibt es viele verschiedene und nicht einmal die Omega-3-Fettsäuren sind eine chemisch einheitliche Gruppe. Im Zusammenhang mit der Ernährung ist normalerweise von den essenziellen Fettsäuren die Rede. Das sind jene, die mit der Nahrung zugeführt werden müssen, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Da stellt sich natürlich sofort die Frage, wie viel man von welchen Nahrungsmitteln essen muss, um den Bedarf zu decken.
Fisch schmeckt gut und ist zudem gesund |
Ein bis zwei Gramm pro Tag
Gemäss allgemeinen Ernährungsempfehlungen sollten sowohl Erwachsene als auch Kinder ein bis zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag aufnehmen. Das klingt nach wenig, ist aber keineswegs immer gewährleistet. Wichtige Lieferanten sind Fische. Eine gute Portion Lachs, Thunfisch oder Hering enthält vier bis sechs Gramm Omega-3-Fettsäuren. Magere Fische, wie Forelle und Dorsch, liefern etwas weniger. Mit den empfohlenen zwei Portionen Fisch pro Woche erreicht man das Soll, sofern man Fisch mag und regelmässig isst.
Weitere Lieferanten sind pflanzliche Öle. Ihr Gehalt an Omega-3-Fettsäuren liegt bei etwa 10 Prozent beim Rapsöl, bis zu 50 Prozent beim Leinöl und 70 Prozent beim Traubenkernöl. Viele gängige Speiseöle sowie tierische Fette enthalten jedoch nur verschwindend kleine Mengen Omega-3-Fettsäuren. Um den Tagesbedarf abzudecken, kann man also zum Beispiel den Salat mit einem Esslöffel voll Traubenkernöl anrichten.
Bedeutung in der Medizin
Wie weit Omega-3-Fettsäuren zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden können, ist umstritten. Recht gut belegt scheint ihre entzündungshemmende Wirkung. Omega-3-Fettsäuren reduzieren die körpereigenen spezifischen Substanzen, die für Schmerzen, Rötungen, Schwellungen und Fieber bei Entzündungen verantwortlich sind. Daraus erklärt sich der Einsatz bei rheumatischen Gelenkschmerzen und entzündlichen Hauterkrankungen.
In Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind laut den gängigen Empfehlungen mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren den gesättigten Fetten vorzuziehen, weil sie sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirken. Wissenschaftlich erhärtet sind diese Empfehlungen jedoch nicht. Zu komplex sind die Einflüsse verschiedenster Komponenten. Generell lässt sich aber sicher sagen, dass eine gesunde Ernährung, die auch wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthält, hilft, Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen zu vermeiden.
Hoher Forschungsbedarf
Diskutiert wird der Einsatz von Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel bei Depressionen und bei Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom; siehe Artikel auf Seite 4). Beide werden unter anderem mit Medikamenten behandelt, die stimulierende Wirkung haben. Da Omega-3-Fettsäuren das im Gehirn verfügbare stimulierende Hormon Dopamin erhöhen, werden Hoffnungen daran geknüpft, dass sie eine positive Wirkung auf die betroffenen Personen haben könnten. Einzelne Studien deuten darauf hin, jedoch braucht es noch einiges an weiterer Forschungsarbeit, bevor verbindliche Aussagen gemacht werden können.
Es ist also Zurückhaltung angebracht, was den medizinischen Einsatz von Omega-3-Fettsäuren anbelangt. Zur gesunden Ernährung gehören sie jedoch in jedem Fall. Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Nahrungsbestandteile, die dem Körper von aussen zugeführt werden müssen. Sie sind wichtig für die Funktion des Gehirns und bilden die Basis für Hormone. Das Schöne dabei: Man kann sich kaum überessen damit. Auch wer täglich Fisch isst, lebt gesund. Zahlreiche Völker beweisen dies.