Ernährung und Krebsrisiko

Das Risiko, an Krebs zu erkranken, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der erblichen Veranlagung und dem Alter spielen auch die Ernährung und Umwelteinflüsse eine Rolle. Welche Lebensmittel schaden eher, welche verringern das Krebsrisiko?









Bereits in den 1980-er Jahren vermutete man einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs. Inzwischen deuten zahlreiche Untersuchungen darauf hin, dass eine überwiegend pflanzliche Ernährung das Krebsrisiko senken, geringer Obst- und Gemüseverzehr es hingegen erhöhen kann. Insbesondere beim Darmkrebs spielt die Ernährung eine wichtige Rolle.

Entscheidend für eine
gesunde Ernährung ist die Vielfalt.
 

Pflanzliche Nahrungsmittel bevorzugen
Bei der pflanzlichen Ernährung beugen verschiedene Inhaltsstoffe dem Krebsrisiko vor. Nebst Vitaminen und Mineralstoffen, die sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, schreibt man vor allem den nur in Pflanzen enthaltenen Ballaststoffen, den so genannten sekundären Pflanzenstoffen, eine Krebs vorbeugende Wirkung zu. Zu den primären Pflanzenstoffen zählt man zum Beispiel Kohlenhydrate und Proteine; unter sekundären Pflanzenstoffen versteht man biologisch aktive Substanzen wie Aroma-, Duft- und Farbstoffe, die in geringer Menge ausschliesslich in Pflanzen vorkommen. Diese Pflanzenstoffe wirken vorbeugend, weil sie den Krebs auf verschiedenen Ebenen «angreifen» und der Krebsentstehung entgegenwirken. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass keine Ernährungs- oder Lebensweise einen völligen Schutz vor Krebs garantiert.

Farbenfrohe Kost nach den Ampelfarben
Entscheidend für eine gesunde Ernährung ist die Vielfalt. Wer beim Zusammenstellen der täglichen Mahlzeit an die Ampelfarben denkt, sorgt automatisch für den gesunden Mix. Kombinieren Sie rote, gelbe und grüne Gemüse und Früchte miteinander. Jede Farbe steht für bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die in den jeweiligen Sorten vorkommen:

ROT für Tomaten, rote Zwiebeln, Radieschen, Erdbeeren, Johannisbeeren
GELB/ORANGE für Rüebli, Peperoni, Aprikosen, Orangen, Zitronen
GRÜN für Blattsalate, Bohnen, Broccoli, Spargeln, Spinat, Äpfel, Birnen, Kiwi
WEISS für Knoblauch, Rettich, Weisskohl
BLAU/VIOLETT für Auberginen, Rotkohl, blaue Trauben, Brombeeren

Ballaststoffe für eine gute Verdauung
Nahrungsfasern (Ballaststoffe) sind unverdauliche, pflanzliche Nahrungsbestandteile in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Kartoffeln und Früchten. Bei deren Verzehr werden Stuhlvolumen und Durchgangsgeschwindigkeit im Darm erhöht. Sie sorgen für eine gute Verdauung.

Davon sollten Sie weniger essen
Einen eher negativen Einfluss hat der Konsum von rotem Fleisch (Rind, Schwein, Schaf und Ziege) und von Alkohol (nicht mehr als zwei Gläser Bier oder Wein pro Tag). Doch nicht allein die richtige Auswahl, sondern auch, wie Sie eine Mahlzeit zubereiten und aufbewahren, ist wichtig. Verschimmelte, verbrannte oder verdorbene Lebensmittel können Krebs erregende Stoffe enthalten. Darum sollten Sie angebrannte oder schimmlige Stellen bei Brot, Früchten oder Gemüse grosszügig wegschneiden.

Übergewicht und Rauchen meiden
Übergewicht gilt als eigenständiger Risikofaktor für eine Krebserkrankung. Konsumiert jemand eine zu hohe Menge an Lebensmitteln, sind diese zu energiedicht (etwa zu fettreich) oder bewegt sich die betroffene Person zu wenig, steigt das Gewicht. Die überschüssige, zugeführte Energie wird in Fettdepots abgelagert. Schliesslich sollte man nicht vergessen, dass Rauchen (aktiv und passiv) Krebs auslösen kann.

Wer also etwas für seine Gesundheit tun und sein Krebsrisiko senken will, hält sich an die Devise von Anita Wenk, dipl. Ernährungsberaterin HF: «Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung nach der Lebensmittelpyramide kann einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Krebsrisikos leisten.»

Weitere Informationen

Tipp aus Ihrer Apotheke
Für einen gesunden Lebensstil

So verringern Sie das Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf- und andere chronische Erkrankungen:

  • Normales Körpergewicht
  • Regelmässige Bewegung
  • Viel Obst und Gemüse, wenig rotes und verarbeitetes Fleisch essen
  • Konsum von Zucker und/oder Fett einschränken und den Verzehr energiereicher Lebensmittel begrenzen
  • Massvoller Alkoholkonsum (maximal zwei Gläser Wein oder Bier pro Tag)
  • Salzkonsum reduzieren
  • Den Nährstoffbedarf ausschliesslich durch Lebensmittel decken; zur Krebsvorbeugung werden Nahrungsergänzungsmittel nicht empfohlen
  • Säuglinge stillen
  • Tabakrauch meiden 
Alexandra Werder


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