Wollen Sie Flecken im Gesicht vorbeugen, sollten Sie sich bereits in jungen Jahren vor Sonneneinstrahlung schützen. Erfahren Sie im nachfolgenden Interview, was Altersflecken sind, wie man sie am besten vermeidet und wann eine ärztliche Kontrolle angezeigt ist.
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Dr. med. Annalis Scherrer-Koch, Dermatologin, Zürich |
Bei Altersflecken handelt es sich um eine gutartige Pigmentstörung der Haut, die in der Regel ab dem 40. Lebensjahr auftritt. Die lokalen, scharf begrenzten, hellbraunen Flecken entstehen dort, wo die Haut über Jahre stark der Sonne ausgesetzt war, zum Beispiel auf Gesicht, Händen, Dekolleté.
Frau Doktor Scherrer-Koch, was sind Altersflecken und wie entstehen sie?
Dr. Annalis Scherrer-Koch: Altersflecken entstehen abhängig von der Anzahl Sonnenbäder, die die Haut über sich ergehen lassen musste. Aufgrund der jahrelangen Sonneneinwirkung kommt es zu einer Zunahme von Pigmentzellen. Diese bilden vermehrt Pigmente (Hautfarbstoffe), die unregelmässig in die Haut eingelagert werden und so zu diesen bräunlichen Flecken führen. Aber auch die Veranlagung spielt eine Rolle.
Altersflecken entstehen abhängig von der Anzahl Sonnenbäder. |
Spielt bei Frauen auch der Hormonhaushalt eine Rolle?
Mit abnehmendem Östrogenspiegel, also bei Frauen in den Wechseljahren, altert und erschlafft die Haut. Dies spielt bei der Ablagerung der Pigmente sicher auch eine Rolle.
Welche anderen Gesichtsflecken gibt es noch?
Sommersprossen entstehen bei dafür veranlagten Menschen schon in früher Jugend. Die Pigmentzellen bilden bei ihnen unter UV-Strahlung schneller und mehr Pigmente. Ab dem 50. Lebensjahr sind erblich bedingt Alterswarzen häufig, die aber im Gegensatz zu Altersflecken eine zerklüftete Oberfläche aufweisen.
Wann sind Flecken gefährlich?
Altersflecken entwickeln sich nicht zu einem Hautkrebs. Allerdings können sie mit frühen Formen des schwarzen Hautkrebses (Melanom) verwechselt werden. Die Vorstufen des Hautkrebses weisen unterschiedliche Farbtöne auf und sind fransig begrenzt. Ein wichtiges Anliegen ist mir, auf den weissen Hautkrebs aufmerksam zu machen. Er ist häufiger, aber weniger bekannt. Als glänzende, hautfarbige Unebenheit der Haut beginnt sie ohne mechanische Reizung zu bluten und bildet beim Abheilen eine Kruste. Nach kurzer Zeit wiederholt sich dieser Vorgang. Zwar ist dieser Krebs nicht tödlich. Um ihn mit einem guten kosmetischen Ergebnis zu entfernen, lohnt es sich aber, ihn früh zu erkennen. Die übermässige Sonnenexposition ist ein Risikofaktor für Altersflecken wie für Hautkrebs. Im Zweifel lohnt es sich, die Flecken durch einen Hautarzt begutachten zu lassen.
Wie kann Altersflecken vorgebeugt werden?
Da die Ursache in der ausgiebigen Sonnenbestrahlung liegt, ist das Vorbeugen einfach: Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und schützen Sie die Haut mit Sonnenschutzmitteln. Da die Menge der Sonneneinstrahlung zählt, muss der Schutz schon bei der Kinderhaut beginnen. Kinder brauchen an der Sonne eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz, Kleidung mit UV-Sonnenschutzbeschichtung und die konsequente Verwendung von Sonnenschutzmitteln.
Wie lassen sich Altersflecken entfernen?
Eingesetzt werden Bleich- oder Depigmentierungscremes. Einen interessanten Ansatz verfolgt ein neues Produkt mit einem aus der Olive gewonnenen Wirkstoff, der die Produktion des Melaninpigments stark reduziert und so die Flecken aufhellt. Weiter werden Peelings mit Fruchtsäure oder Vitamin-A-Säure eingesetzt. Sie können aber zu weissen Flecken führen, wenn die Pigmentzellen ganz zerstört werden. Auch die Entfernung mit dem Laser ist möglich, sie birgt jedoch ebenfalls das Risiko von weissen Narben.
Wie lassen sich die Flecken am besten überdecken?
In der Regel reicht ein Make-up. In hartnäckigeren Fällen kann man sich auch mit Camouflage (französisch: Tarnung) behelfen. Diese speziellen Kosmetikartikel überdecken Flecken stärker als herkömmliche Make-ups und sind äusserst wasser- und hitzebeständig.
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Tipp aus IhrerApotheke
Wie Sie Altersflecken vermeiden können
- Schützen Sie sich vor direkter Sonneneinstrahlung.
- Der Schutz muss schon im Kindessalter beginnen.
- Achten Sie beim Kauf von Sonnenschutzmitteln auf ein breites Schutzspektrum (UVA und UVB) sowie auf einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30.
- Verwenden Sie eine Tagescreme oder ein Make-up mit Lichtschutzfaktor.
- Schützen Sie sich selbst an grauen Tagen mit einem Sonnenschutz vor schädlichen UV-Strahlen.
- Schränken Sie den Alkohol- und Tabakkonsum ein.
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