Mein Partner ist krank - wer unterstützt mich?

Ältere Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause wohnen. Wer aber pflegt sie? Und wer unterstützt die Angehörigen, wenn sie mit der Pflege an die Grenzen ihrer Kräfte gelangen? Zahlreiche Institutionen bieten Unterstützung.









Den Übertritt ins Heim schieben die meisten älteren Menschen so weit wie möglich hinaus. Solange es ihnen gesundheitlich gut geht, möchten sie unabhängig bleiben, und wenn sie pflegebedürftig werden, möchten sie die vertraute Umgebung oft erst recht nicht verlassen.
Für Ehepartner und Angehörige kann dies leicht zur Belastungsprobe werden. Wer sich dazu entschliesst, die Pflege zu Hause selbst zu übernehmen, sollte sich von Anfang an nach Unterstützung umsehen. Es nützt niemandem, wenn sich Angehörige bis zum Umfallen einsetzen. Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zu entlasten.

Lassen Sie sich bei der Pflege
eines Angehörigen unterstützen.
 

Spitex
Klären Sie ab, was die Spitex übernehmen kann. Spitex-Stellen gibt es in der ganzen Schweiz. Sie sind zwar kantonal organisiert, doch sind die meisten dem Spitex Verband Schweiz angeschlossen und orientieren sich an dessen Qualitätsstandards. Pflegeleistungen werden teilweise von der Krankenkasse bezahlt, andere Dienstleistungen, wie Mahlzeitendienst, Autofahrdienst, Fusspflege oder Coiffeur zu Hause, müssen Sie selbst bezahlen. Über www.spitex.ch finden Sie zum Spitex-Dienst in Ihrer Nähe.

Selbsthilfeorganisationen
Bei Krankheiten wie Alzheimer, Demenz, Parkinson und Diabetes finden Betroffene wie Angehörige kompetente Unterstützung bei den entsprechenden Selbsthilfeorganisationen. Diese sind bestens organisiert und bieten von allgemeinen Informationen über Krankheitsverlauf und Therapiemöglichkeiten bis zu gemeinsamen Ferien eine breite Palette an Dienstleistungen. Bei Selbsthilfeorganisationen finden Sie vor allem auch den Erfahrungsaustausch mit Menschen, die dasselbe Schicksal erleiden. Kontaktadressen finden Sie über die entsprechenden Websites:

Tagesstätten und Ferienzimmer
Viele Alters- und Pflegeheime nehmen Tages- und Feriengäste. In den Tagesstätten betreuen Pflegepersonen die betagten oder pflegebedürftigen Menschen für einige Stunden oder den ganzen Tag. In dieser Zeit können sich Angehörige etwas Ruhe gönnen oder Besorgungen erledigen. Auch wenn Sie in die Ferien fahren, ist ein temporärer Aufenthalt in einem Alters- oder Pflegeheim eine gute Lösung für pflegebedürftige Angehörige. Am besten erkundigen Sie sich bei den Heimen in Ihrer Nähe nach einem solchen Angebot.

Altersgerechtes Wohnen mit Infrastruktur
Eine spezielle neue Wohnform dürfte sich als gutes Modell für die Zukunft entwickeln: Ältere Menschen wohnen unabhängig und selbständig in ihrer eigenen Wohnung, können aber bei Bedarf die Infrastruktur eines nahe gelegenen Pflegeheims nutzen, zum Beispiel die Wäsche waschen lassen, an den Aktivitäten, die im Pflegeheim angeboten werden, teilnehmen, im Heim essen, die Pflegeangebote des Heims als Spitex-Leistung in Anspruch nehmen. All diese Dienstleistungen werden nur verrechnet, wenn sie erbracht werden.
Mehr zu verschiedenen Wohnformen im Alter unter www.wohnform50plus.ch

Senioren für Senioren
Grosse Bedeutung kommt der gegenseitigen Hilfe zu. Senioren leisten für andere Senioren Fahrdienste, lesen ihnen vor, unternehmen mit ihnen einen Spaziergang oder helfen ihnen bei Bedarf auch, Rechnungen zu bezahlen oder die Steuererklärung auszufüllen. Nutzen Sie solche nachbarschaftlichen Dienste. Sie werden oft ehrenamtlich erbracht oder gegen geringes Entgelt und sie fördern das Gefühl, trotz aller gesundheitlichen Einschränkungen dazu zu gehören, geachtet und integriert zu sein. Eine Anlaufstelle für Dienstleistungen aller Art ist Pro Senectute www.pro-senectute.ch, die in der ganzen Schweiz Zweigstellen unterhält.  

Darf ich Geld akzeptieren für meine Hilfe?

Es spricht nichts dagegen, dass Sie für regelmässige oder aufwendige nachbarschaftliche Hilfe eine Entschädigung akzeptieren. Einige Punkte sollten Sie dabei beachten:

  • Klären Sie den finanziellen Aspekt von Anfang an.
  • Regelmässige Entschädigungen, die über eine symbolische Anerkennung hinausgehen, gelten als Einkommen. Lassen Sie sich zum Beispiel von einem Treuhänder beraten betreffend AHV, Steuerpflicht und allenfalls notwendigen Versicherungen.
  • Sprechen Sie sich gegenseitig ab, wer wofür zuständig ist, zum Beispiel wenn auch Spitex-Dienste oder andere Institutionen involviert sind.

Heidi Mühlemann


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