Berufstätige Mütter: nach der Arbeit ist vor der Arbeit

Sie stehen unter grösster Beobachtung und werden nicht selten als Rabenmütter beschimpft. Dabei erweist sich manch eine berufstätige Mutter als kunstfertige Artistin, die es gekonnt meistert, Erziehung, Haushalt und Beruf in Einklang zu bringen.









Die Doppelbelastung von familiärer Verpflichtung und beruflichem Stress geht oft mit chronischer Müdigkeit einher und endet zuweilen sogar in Erschöpfungsdepressionen. Die Ursachen für Letzteres sind gemäss Experten vor allem auf das raue Klima in der Berufswelt zurückzuführen. Doch trotz unsicheren Arbeitsverhältnissen, mangelnder Anerkennung, hohem Zeit- und Erfolgsdruck sind berufstätige Mütter in allen Schichten und Berufen anzutreffen.

Gute Organisation
ist die halbe Miete
 


Berufstätige Mütter sind zufriedener
Während vor allem alleinerziehende Mütter aus materiellen Gründen arbeiten müssen, suchen besser situierte Frauen Selbstverwirklichung, einen anspruchsvollen Ausgleich zum Familienleben oder sie haben Angst, den Anschluss im Beruf zu verpassen. Obwohl berufstätige Mütter oft unglaubliche Pensen bewältigen und mit einem gelungenen Spagat zwischen Familie und Beruf wahres Superheldenpotenzial beweisen – stehen sie in der Schweiz auch heute noch ständig im Kritikhagel. Nichtsdestotrotz sprechen aktuelle Statistiken für die Powerfrauen. Danach gelten berufstätige Frauen als zufriedener und ausgefüllter als Vollblutmütter.

Zwischen Kind und Beruf
Das Bundesamt für Statistik besagt, dass weniger als die Hälfte aller Mütter mit Vorschulkindern einer bezahlten Tätigkeit nachgeht. Christina Moskofidis ist eine von ihnen. Die 31-Jährige hat eine 6-jährige Tochter und arbeitet Vollzeit bei einer Kinobetreiberin in St.Gallen. Sie erzählt, wie sie die Doppelbelastung Kind und Beruf als Alleinerziehende meistert.

Würden Sie Ihre Arbeit aufgeben, wenn Sie die Wahl hätten?
Christina Moskofidis: Als alleinerziehende Mutter kann ich auf finanzielle Sicherheit nicht verzichten. Wenn ich mir eine Teilzeitstelle leisten könnte, würde ich mein Pensum reduzieren. Ganz aufgeben würde ich meine Arbeit jedoch nicht – ich brauche den Ausgleich zum Familienleben.

Welche Vor- und Nachteile entstehen durch die Doppelbelastung?
Manchmal höre ich: «Mami hat keine Zeit», dann plagt mich schon das schlechte Gewissen. Aber ich erzähle meiner Tochter oft von meiner Arbeit, sie kennt meinen Arbeitsort und auch meine Arbeitskolleginnen und -kollegen. Sie weiss also, wo ich bin und mit wem. Das hilft ihr, wenn sie mich vermisst. Meine Berufstätigkeit erfordert ausserdem eine hohe Selbständigkeit von meiner Tochter. Sie lernt schnell und ist hilfsbereit, das wird ihr später sicher zugute kommen. Ich arbeite in der Regel von 12 bis 21 Uhr. Daher verbringt Anatoli ihre freien Nachmittage und die Abende bei meinen Eltern und meinem Bruder. Meine Tochter ist zwar oft von mir getrennt, dafür haben wir einen sehr engen Familienzusammenhalt. Anatoli hat mehrere Ansprechpersonen, und sie wird von allen sehr geliebt, das spürt sie.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Tochter. Oft gehen wir schwimmen, Velo fahren oder manchmal ins Kino. Da ich unregelmässig arbeite, bleibt mir unter der Woche genügend Zeit für die Hausarbeit. Und während Anatoli im Kindergarten ist, kann ich auch mal ins Fitnessstudio.

Gibt es ein Patentrezept, um Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen?
Mir persönlich helfen meine positive Grundeinstellung und vor allem die Unterstützung meiner Familie. Ganz wichtig ist eine gute Organisation, sie erleichtert den Alltag immens. Darum speichere ich Stundenpläne, Arbeitseinsätze und alle Termine konsequent im Handy. Ich plane mit meinen Eltern und meinem Bruder minutiös, wer Anatoli wann vom Kindergarten abholt und betreut. Zudem pflegen wir eine intensive Kommunikation. Und nicht zuletzt achte ich mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung auf unsere Gesundheit!

Tipp aus IhrerApotheke

Kindgerechte Hausapotheke

Plötzliches Bauchweh, Schüttelfrost, ein offenes Knie oder Ohrenschmerzen – mit diesen Hilfsmitteln sind Sie gegen alltägliche Wehwehchen gut ausgerüstet:

  • (Bunte) Pflaster in verschiedenen Grössen
  • Kompressen
  • Desinfektionsmittel
  • Wundsalbe
  • Schmerz- und Fieberzäpfchen
  • Erkältungssalbe
  • Nasentropfen

Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten. 

Weitere Informationen rund um Kinder

Suzana Cubranovic


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