Freier atmen - Ratgeber für zu Hause

Wer auf Hausstaubmilben allergisch reagiert, hat es besonders schwer, den Allergenen auszuweichen. Die Milben sitzen fast überall. Doch in den eigenen vier Wänden können Sie einiges tun, um die Luft weitgehend staubfrei zu halten.








Bei geschlossenem Mund frei durch die Nase atmen zu können, ist für Allergiker nicht immer selbstverständlich. Zu Hause sind es vor allem die Allergene (Allergie auslösende Stoffe) aus dem Kot der Hausstaubmilben, die die Nasenschleimhäute anschwellen lassen. Den Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als durch den Mund zu atmen. Mundschleimhaut und Hals trocknen aus, die Atemluft gelangt ungefiltert direkt in die Bronchien. Asthma und eine hohe Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege sind die Folgen. Ziel von Massnahmen in den eigenen vier Wänden ist deshalb die freie Nasenatmung zu jeder Zeit.

Milben lassen sich nicht ausrotten, aber
man kann ihre Verbreitung stark eindämmen.
 


Erste Aktionsstätte ist das Schlafzimmer
Hausstaubmilben sind ubiquitär, das heisst, sie kommen überall vor. Sie völlig auszuschliessen, ist unmöglich. Aber man kann ihnen das Leben schwer machen. Erste Aktionsstätte ist das Schlafzimmer. In Matratzen, Kissen und Duvets fühlen sich Milben besonders wohl, denn dort ist es dunkel, warm und feucht, und der Mensch liefert mit Hautschuppen und Haaren ausreichend Nahrung. Paradiesische Bedingungen für Milben.
Nicht so für den Allergiker. Er liegt täglich mehrere Stunden im Bett, mit der Nase auf Kissen und Laken, in mehr oder weniger direktem Kontakt mit den Milben. Wenig verwunderlich daher, dass Hausstaubmilben-Allergiker vor allem frühmorgens unter starken Beschwerden leiden.

Encasing setzt eine Barriere
Linderung verschafft das so genannte Encasing. Matratze, Kissen und Duvet werden mit speziellen Überzügen umhüllt, deren Gewebe eine äusserst feine Struktur mit einer Porenweite von etwa 0.3 Mikrometern aufweist oder mit einer Polyurethanfolie beschichtet ist, sodass grössere Partikel nicht mehr hindurchdringen können. Über das Encasing, das ungefähr 700 Franken pro Bettinhalt kostet, zieht man normale Bettwäsche, die einmal wöchentlich bei mindestens 60°C gewaschen werden sollte. Für das Encasing genügt eine Reinigung pro Jahr.
Im selben Zimmer sollten alle Betten mit einem Encasing versehen werden, sonst ist die Abschirmung der Milben unzureichend.


Viele Allergiker leiden im Bett, denn die Milben fühlen sich
in den dunklen und warmen Duvets besonders wohl.
Abhilfe schaffen spezielle Überzüge.

Glatte Böden vorziehen
Ein weiteres Tummelfeld für Milben sind Teppichböden. Glatte Böden, egal ob Stein, Parkett oder Kunststoff, sind in jedem Fall vorzuziehen. Milben überleben auf den glatten Oberflächen nicht. Können Teppiche nicht entfernt werden, sollte man während der Heizperiode darauf achten, dass die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen 50 Prozent nicht übersteigt und die Raumtemperatur bei maximal 20 bis 22°C (im Schlafzimmer besser tiefer) bleibt, um die Verbreitungsbedingungen für die Milben möglichst unattraktiv zu halten.
Der Staubsauger sollte einen so genannten Hepa-Filter enthalten (hepa = High Efficiency Particulate Air Filter). Dieser verhindert, dass mit der ausströmenden Luft Feinstaub aufgewirbelt wird. Entfernen Sie zudem Staubfänger wie Kissen und schwere Vorhänge. Bei Polstermöbeln sind glatte Oberflächen  wie Leder vorzuziehen.

Wissenswertes über Hausstaubmilben

  • Milben gedeihen am besten bei Temperaturen ab 22°C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Deshalb sollte man im Winter die Räume (vor allem das Schlafzimmer) nicht überheizen.
  • Ab ca. 1200 Meter über Meer nimmt die Milbenkonzentration deutlich ab, ab ca. 1600 Meter sind Milben nicht mehr anzutreffen. Aufenthalte in der Höhe sind deshalb bei Milben-Allergie sehr empfehlenswert.
  • Tierhaar-Allergie hat nichts mit Milben zu tun. Tierhaare enthalten andere Allergene. Dennoch haben Haustiere im Schlafzimmer von Milben-Allergikern nichts zu suchen.

Mehr über Hausstaubmilben-Allergie finden Sie zum Beispiel unter www.ahaswiss.ch und www.allergycare.ch. 

Was Sie sich sparen können
Keinen Nutzen bringt es, regelmässig die Teppiche zu schamponieren. Damit können Sie die Milben höchstens für einige Wochen etwas eindämmen, aber niemals vollständig vertreiben. Der Aufwand lohnt sich also nicht. Auch übertriebene Putzaktionen sind unnötig.
Luftreinigungsgeräte leisten gute Dienste, um zum Beispiel Tabakrauch aus der Luft zu filtern, der Allergikern nachweislich stark zusetzt. Gegen die Hausstaubmilben-Allergie allerdings nützt Luftreinigung nichts, denn die Allergene sitzen – ausser bei sehr trockener Luft – vor allem auf dem Boden. 

Heidi Mühlemann


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