Allergien haben viele Gesichter mit Symptomen wie Schnupfen, Hautausschlägen, Verdauungsstörungen oder Augenentzündungen. Auslöser können Pollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel und Chemikalien sein. Diese aufzuspüren, ist nicht immer einfach.
Bekommt Hans Meister im März Schnupfen, hat ihn dann die letzte Erkältung des Winters erwischt oder reagiert er allergisch auf die ersten Pollen? Er weiss es nicht. Auf den Gedanken, möglicherweise Pollenallergiker zu sein, brachte ihn die Apotheke. Weil er jedes Frühjahr während mehrerer Wochen verschnupft war, empfahl ihm die Apothekerin ein Antiallergikum. Prompt verschwanden seine Symptome. Er konnte wieder durch die Nase atmen, seine Augen waren nicht mehr gerötet, und es kratzte ihn auch nicht mehr im Hals. Als er daraufhin beim Arzt einen Allergietest auf der Haut machen liess, erfuhr er, dass er auf die Pollen von Weiden und Birken reagiert. Die Allergie ist eine Veranlagung, wie er inzwischen weiss. Sein Immunsystem reagiert auf an sich harmlose, alltägliche Substanzen mit einer, der Situation nicht angemessenen, übermässigen Produktion von Abwehrstoffen, die dann heftige Entzündungsreaktionen hervorrufen.
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Allergien sollten immer behandelt werden. |
Allergisch auf Nahrungsmittel, was nun?
Auch Nahrungsmittel können allergische Reaktionen auslösen. Nüsse, Äpfel, Sellerie, Tomaten oder Bananen zum Beispiel lassen bei manchen Menschen Lippen, Gaumen und Rachen anschwellen. Zwar sind die Reaktionen auf Nahrungsmittel in den meisten Fällen mild. Aber das macht die Sache nicht einfacher. Eine heftige allergische Reaktion im Gesicht ist äusserst unangenehm, aber auch ein eindeutiges Alarmzeichen. Vorübergehende, leichte Schwellungen oder Reaktionen wie Verdauungsbeschwerden und Hautausschläge sind unter Umständen schwierig einzuordnen und werden nicht ohne Weiteres mit Nahrungsmitteln in Verbindung gebracht.
Klarheit bringt auch hier ein Allergietest auf der Haut oder im Blut. Danach gilt es, die Allergie auslösenden Nahrungsmittel zu meiden, bei starker Reaktion strikt, bei milder Reaktion zumindest so weit wie möglich.
Lästiger Begleiter Hausstaubmilbe
Hausstaubmilben sind harmlose, von blossem Auge nicht sichtbare, winzige Spinnen, die sich gerne in Teppichen und Bettzeug aufhalten. Für die meisten Menschen kein Problem. Doch der Milbenkot enthält Allergene (Allergie auslösende Stoffe), die bei empfindlichen Personen Schnupfen, Augenentzündungen und Asthma auslösen können. Betroffene sollten den Kontakt mit Milben so gut wie möglich meiden (mehr dazu im Beitrag «Freier atmen» auf Seite 27). Meist brauchen Milbenallergiker trotz Begleitmassnahmen eine regelmässige antiallergische Therapie. Insbesondere das Asthma, das bei Milbenallergikern häufig auftritt, muss behandelt werden, da es sich ohne Behandlung bis zu chronischer, schwerer Atemnot verschlimmern kann.

Der Kot von Haustaubmilben kann bei
empfindlichen Menschen Schnupfen,
Augenentzündungen und Asthma auslösen.
Kontaktallergien
Von Kontaktallergien spricht man, wenn ein Allergen durch die Haut eine allergische Reaktion auslöst. Bekanntes Beispiel ist Nickel. Schmuck, Gürtelschnallen, Jeansknöpfe, Piercings, Hörgeräte, Brillen, auch Zahnprothesen, künstliche Gelenke und medizinische Klammern enthalten Nickel und können innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu lokalen, stark juckenden, geröteten, nässenden Ekzemen führen. Ausserdem können Gummi, Reinigungsmittel, Textilien, Konservierungsstoffe, Pflanzen, Kosmetika, Haarfärbemittel und Salbengrundlagen eine Kontaktallergie auslösen.
Kontaktekzeme werden in der Regel mit kortisonhaltigen Salben behandelt. Und die Betroffenen müssen den Kontakt mit allergenen Substanzen und Gegenständen meiden, indem sie sie nicht mehr anwenden, auf allergenfreie Produkte ausweichen oder bei Kontakt Handschuhe beziehungsweise Schutzkleidung tragen.
Auf welche Substanzen eine allergische Reaktion erfolgt, wird meist mit dem so genannten Epikutantest nachgewiesen. Dabei werden verdächtige Substanzen auf die Haut aufgetragen, meist auf dem Rücken, und mit einem Pflaster abgedeckt. Nach zwei bis drei Tagen zeigt sich, wo eine Reaktion erfolgt ist.
Weitere Informationen über Allergien
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Medikamente gegen Allergien
Allergien sollte man immer behandeln, um einer Verschlimmerung mit Asthma vorzubeugen. Wichtig ist, den Allergie auslösenden Stoffen so gut wie möglich auszuweichen. Gegen die Symptome der Allergie helfen:
- Tabletten (so genannte Antiallergika), am besten mit Langzeitwirkung
- Antiallergische Augentropfen gegen die Entzündung (vor allem bei Heuschnupfen)
- Abschwellende Nasentropfen gegen die Reaktion in der Nase (Vorsicht: nur kurzzeitig bei starken Symptomen anwenden)
- Inhalationssprays mit und ohne Kortison gegen Atembeschwerden und Asthma
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