Wenn die Blase nicht mehr hält!

In der Schweiz leiden rund 400 000 Menschen an Blasenschwäche. 75% davon sind Frauen. Kein Wunder, zählen Blasenleiden zu den häufigsten Frauenleiden überhaupt – und mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Aus Scham sprechen viele Betroffene nicht gerne darüber! Ein fataler Fehler: Denn oft bringen bereits einfache Massnahmen Milderung oder Heilung und ganz sicher mehr Komfort.




Blasenbeschwerden treten weitaus häufiger bei Frauen auf als bei Männern. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen ist die Harnröhre der Frau kurz. Zum anderen erweist sich auch der Beckenboden der Frau durch die Scheidenöffnung als weniger stabil als beim Mann. Hinzu kommt, dass er bei Schwangerschaften und Geburten starken Belastungen ausgesetzt wird. Auch die Hormone spielen eine wichtige Rolle. Ein Hormonabfall – zum Beispiel nach der Menopause – führt zu dünneren Schleimhäuten und zu einer Schwächung von Muskulatur und Bindegewebe. Selbst die Schutzmechanismen gegen Bakterien und Entzündungen im Intimbereich und an der Blasenwand sind dadurch beeinträchtigt. Nicht selten gibt es mehrere Ursachen, die schliesslich zu ganz unterschiedlichen Blasenleiden führen können.

Bei Blasenbeschwerden spielen
die Hormone eine wichtige Rolle.
 

Tragen Sie Sorge zu Ihrer Blase!
Bereits mit folgenden einfachen Massnahmen können Sie dazu beitragen, Ihre Blasenbeschwerden zu mildern:

  • Trinktraining: Trinken Sie so viel (Tee oder Wasser), dass Ihre Urinmenge auf zwei bis drei Liter pro Tag steigt. Achten Sie dabei darauf, dass Sie am Morgen viel, am Abend eher wenig trinken.
    I Blasentraining: Trainieren Sie zu Hause auf ein gutes Blasenvolumen, indem Sie den Harndrang so lange zurückhalten, bis die Urinmenge pro Blasenentleerung etwa 300 ml beträgt. Unterbrechen Sie den Harnstrahl während dem Wasserlösen nicht, und entleeren Sie die Blase immer vollständig.
  • Beckenbodentraining: Gezieltes Beckenbodentraining kann, besonders bei Belastungsinkontinenz, zur Heilung oder Besserung beitragen. Heutzutage gibt es verschiedene Trainingsprogramme (Beckenbodentraining in der Gruppe und individuelle Trainingsstunde in der Physiotherapie). Unterstützend werden auch vielfältige Trainingshilfen angeboten (Vibrationstraining mit dem Galileo-Muskelstimulationsgerät, Elektrostimulation, Kugeln, Konen und anderes).
  • Intimpflege: Zu einer geeigneten Intimpflege zählen einerseits das Waschen mit Wasser und einer rückfettenden, pH-neutralen Waschlotion. Die Waschrichtung sollte immer von vorne nach hinten sein, um eine weitere Infektion mit Bakterien zu vermeiden. Nach dem Waschen jeweils sorgfältig trocknen. Andererseits muss die Haut auch vor äusseren Einflüssen geschützt werden. Dies kann mit fetthaltigen Emulsionen, Cremes und Salben erreicht werden. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Feelgood’s-Apotheke beraten.
  • Alternative Heilmethoden: Auch Naturheilverfahren und komplementärmedizinische Behandlungsmethoden erzielen sehr gute Resultate. Hier gilt es, verschiedene Möglichkeiten auszupro-bieren. Beliebt sind zum Beispiel Blasentees, Tropfen oder Tabletten. Je nach Pflanze haben sie eine entzündungshemmende, schmerz- oder reizstillende, krampflösende oder entspannende Wirkung. Gegen Entzündungen im Intimbereich empfehlen sich ätherische Öle wie Teebaum, Lavendel oder Hamamelis. Sie werden Fettsalben, Emulsionen oder Cremes beigemischt. Immer bekannter wird zudem die Wirkung des Preiselbeersaftes.


Mechanische Muskelstimulation mit dem
Galileo-Vibrationsgerät des Blasenzentrums
Frauenklinik Frauenfeld

Tipp aus Ihrer Feelgood’s-Apotheke

Hier erhalten Sie Hilfe!
Bei ersten Anzeichen von Blasenbeschwerden erhalten Sie Hilfe in der Apotheke. Gerade bei der Entwicklung von Inkontinenz-Hygieneprodukten konnten in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt werden. Lassen Sie sich bezüglich Einlagen, Windeln oder Bettunterlagen sowie zu Produkten der Intimpflege in Ihrer Feelgood’s-Apotheke beraten!
Je früher Blasenbeschwerden behandelt werden, desto erfolgreicher ist ihre Heilung. Deshalb gilt: Wenn gängige Behandlungen aus der Apotheke bzw. durch den Arzt oder die Ärztin nicht rasch zur Heilung führen, bedarf es spezieller Untersuchungsmethoden und erfahrener Fachleute. Diese finden Sie in Blasenzentren für die Frau, in denen spezialisierte Frauenärzte und Frauenärztinnen (Urogynäkologen) ein Team mit Inkontinenzfachleuten sowie Physiotherapeutinnen und -therapeuten bilden. Da durch kann individuell auf jede Patientin abgestimmt ein optimales Behandlungs- und Beratungskonzept angeboten werden.
Weitere Informationen und Links gibt es unter
www.inkontinex.ch. 

Andrea Miolo


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